Vereinschronik

Man schrieb das Jahr 1926: Bonstetter Burschen jagten dem runden Leder hinterher, wann und wo immer sich Gelegenheit dazu bot. Die eigene Begeisterung an der „Bolzerei“ half vergessen, dass es im übrigen an so ziemlich allem mangelte. Da besaß kaum einer der „Balltreter“ eine anständige Sportausrüstung, von einem festen „Spielplatz“ konnte schon gar keine Rede sein und dass es ein sogenanntes „fußballerisches Regelwerk“ geben sollte – das wusste man auch nur vom Hörensagen. Mit anderen Worten: Die Anfänge des Bonstetter Fußballs (und damit des heutigen Bonstetter Sportvereins) sind weniger glorreich als vielmehr recht kümmerlich… Dennoch gelang es unseren Fußballkämpen von damals, das erste Fußball-Turnier auf „Bonstetter Scholle“ (sprich: auf dem Mangerfeld) auszurichten und die Gegner – aus Gablingen, Emersacker und Augsburg – „in Grund und Boden“ zu spielen. Ergebnis: Die Bonstetter verließen als Turniersieger den Platz. Irgendwann wurde es schließlich notwendig, das Spielfeld durch einen Zaun von der Umgebung abzugrenzen. Die Bonstetter „besorgten“ ihn kurzerhand aus den „Fuggerwald“. Der Preis dafür: Zwei Tage Gefängnis! Die Bonstetter aber wären keine Bonstetter gewesen, hätten sie die „von Rechts wegen verordnete Einsitzerei“ nicht sinnvoll genützt: „Ausgeruht“ von ihrem Aufenthalt hinter Gittern spielten sie ihren nächsten Fußballgegner (aus Hammel) nieder.


Vereinsgründung 1947

Es war in der schweren Nachkriegszeit. Bonstetter Fußball-Anhänger trafen sich gern und öfters in der "Saul'schen Stube" und diskutierten über eine offizielle Neu-Gründung des Fußballvereins. Im Sommer 1947 war es dann soweit: 25 Fußballbegeisterte waren auf der Gründungsversammlung anwesend. Und mangels eines entsprechenden Musters, diente das Regelwerk eines Bienenzuchtvereins als Vorlage für die eigenen Satzung.

 

Dem neugegründeten FC Bonstetten stellte der Landwirt Georg Mayer (Lipp) eine Wiese zur dauerhaften Verfügung. Nun konnte man endlich feste Tore aufstellen. Daß es dabei von Tor zu Tor keinen Blickkontakt gab, weil eine Bodenwelle die freie Sicht verwehrte, das nahm man hin. So, wie man damals auch in Kauf nahm, dass der Lederball bei Regen schwer wie eine Kanonenkugel wurde, auf die man dennoch unvermindert eindrosch (nicht umsonst hatte man schließlich Stahlkappen an den Schuhen…


1948

Der FC Bonstetten verlor gleich am ersten Spieltag gegen den Gegner aus Aystetten (2:3). Doch Letztere jubelten zu früh. Weil sie nämlich einen nicht spielberechtigten Balltreter eingesetzt hatten, wurde ihnen „am grünen Tisch“ die Punkte ab- und den Bonstettern zugesprochen. Den ersten – ordentlichen – Sieg auf dem grünen Rasen holte sich der FC dann wenig später im Spiel gegen Altenmünster mit 4:1.


Die 50er

Am Anfang (1951) stand die erste große Finanzkrise. Sie wurde gebannt, indem der Verein seine Aktivitäten vom Fußballfeld in die damalige Wirtschaft Wengenmaier verlegte. Der FC Bonstetten machte mit Theater-Vorführungen auf sich aufmerksam. Die Vorstellungen waren ständig ausverkauft. Ein erstes Vereinsheim wurde 1956/57 gebaut, damals noch aus Holz. Eine Dusche gab es auch, in Form von einem Wassersack.

1964 Die Jugend-Mannschaften des SV Bonstetten (!) wird erstmalig Landkreis-Pokalsieger.


1964

Es wurde der Entschluss gefasst, ein neues Vereinsheim zu bauen. Und dank der Zuschüsse seitens des Staates, des Bezirks, des Landkreises und der Kommune, dank der Unterstützung der Brauerei Schaller, dem Baugeschäft Schmalz und dank dem unermüdlichen Zupacken der Sportler konnte dieses ehrgeizige Projekt zum 20-jährigen Jubiläum fertig gestellt werden.


Die 70er

Dass sich die Bonstetter Fußballer nicht nur in der näheren Umgebung mit Gleichgesinnten erfolgreich zu messen wussten, sondern auch gegen weiter entfernte Gegner zu bestehen verstanden, zeigte sich 1970. Der Anstoß im Spiel gegen den DJK SV Sambach wurde übrigens zum Beginn einer bis heute andauernden Freundschaft zwischen beiden Vereinen … (Näheres s..u. der Rubrik Sambach) 1971 absolvierten Bonstetter Frauen ihre erste Damengymnastik-Stunde (s.a. Gymnastik) 1977 Gründung der Ski-Abteilung. Ihre Gründer waren Robert Gehr und Johann Haslinger. Sportlich gesehen waren die frühen 70er und die drei Jahrzehnten davor eher „na ja“. Doch auf einmal ging es Schlag auf Schlag… 1978/1979/1980 – dreimal hintereinander – holte sich die Reserve den Meistertitel. Und das wiederum schien die Erste Mannschaft anzuspornen…


Anfang der 80er

Gleich anfangs – 1980 – Bonstetten stand Kopf. Fußballerisch. Die 1. Mannschaft hatte die Meisterschaft gewonnen und rückte in die B-Klasse auf. Der Verein belohnte sich dafür 1982 mit einem zweiten Fußballfeld. 1985/1986 wurde das Sportheim in knapp 5000 freiwilligen Arbeitsstunden auf die heutige Größe erweitert.

 

In den 80er Jahren war es aber auch, dass der Tennissport für den SV Bonstetten an Bedeutung gewann. Folge: 1985 wurde die Tennis-Abteilung aus der Taufe gehoben. Und schon ein Jahr später konnten die Anhänger/innen des weißen Sports (nach 5000 freiwilligen Arbeitsstunden) eine sehr schöne Anlage mit drei Spielplätzen und eigenem Vereinsheim vorweisen. 1986 Aufstieg der Fußballer des SV Bonstetten in die damalige A-Klasse.


1993

Sie trumpften wieder ´mal auf – unsere Balljäger: Wider Erwarten und zur Überraschung der meisten sog. „Fußball-Experten“ kämpften sie im Ringen um den DFB-Pokal bis in die 5. Runde durch. Um dann in einem großen Spiel gegen den gesetzten Favoriten – den FC Augsburg – zunächst einmal in Verlegenheit zu bringen. Zur Halbzeit stand es immerhin 1:1… Doch dann trumpften die Datschiburger auf: Bonstetten verlor 1:6 Das war – wie gesagt – 1993. Seitdem ist einige Zeit vergangen. Abteilungen, wie etwa die der Karatekas oder Skifahrer sind – nach anfänglichem Strohfeuer – wieder verschwunden. Der harte Kern des Vereins – die Fußballer – lassen sich deswegen nicht beirren. Auch nicht dadurch, dass man ihre Elf zur Fahrstuhl-Mannschaft auserkoren hat; weil sie – fast schon mit Regelmäßigkeit – auf- und absteigt. Die Bonstetter nehmen es gelassen. Sie wissen: Nach Regen folgt Sonnenschein und umgekehrt. – Wie sagte schon Sepp Herberger:

 

„Der Ball ist rund…“